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Achimer Kurier 14.04.2010
von Uwe Dammann
Oyten. Die CDU im Kreis Verden setzt auf mehr Bürgerbeteiligung, will parteiinterne Kritiker ernst nehmen, sich dem offenen Dialog mit den Bürgerinitiativen stellen und vor allem den parteipolitischen Nachwuchs fördern. "Nur so können wir zur modernen Mitmachpartei der Zukunft werden", sagte der Kreisvorsitzende der Christdemokraten, Adrian Mohr, auf dem Kreisparteitag in Oyten. Bürgernah, wertebewusst, modern – das sind die griffigen Formeln mit denen sich die Christdemokraten bis zur nächsten Kommunalwahl präsentieren wollen.
Damit sind die Ziele der Kreispartei fast deckungsgleich mit den Zielen der Landes-CDU, deren Generalsekretär Ulf Thiele in Oyten als Hauptredner auftrat. Thiele, geboren 1971 in Leer, verkörpert geradezu auch optisch das Bild des modernen Parteistrategen. Groß, blond, einnehmend, rhetorisch versiert. Der Ostfriese kann zwar auch platt snacken, aber gleichzeitig ganz locker und frei die vielen komplizierten Zahlen aus den Statistiken der Mitgliederbefragung erläutern. Die standen vor allem im Mittelpunkt des Parteitages im voll besetzten Gasthaus "Zum Alten Krug". Der Saal war unter anderem mit kleinen schwarz/rot/goldenen Fähnchen mit der Aufschrift "Wir" dekoriert, was schon wie ein Appell an den neuen Teamgeist in der CDU aussah.
Auf Landesebene und im Kreis hatte die CDU fast zeitgleich und unabhängig voneinander ihre Mitglieder befragt. Von den 1141 Mitgliedern der Christdemokraten im Kreis Verden beteiligten sich 261 und schickten eine Rückantwort. Was für Thiele und Mohr gleichermaßen eine sehr gute Quote war. Thiele: "In der Regel ist der Rücklauf bei zehn Prozent".
Die Ergebnisse aus der Mitgliederbefragung der Kreis-CDU stellten Karlheinz Lichter und Lutz Bauche vor, die gemeinsam federführend das Projekt betreut haben. 77 Prozent der Christdemokraten im Kreis sind demnach Männer, der Frauenanteil liegt bei 23 Prozent. Die 66plus-Generation überwiegt mit 48 Prozent, was Lutz Bauche zu dem Kommentar veranlasste "lasst doch mal die Jüngeren ran". Kritisch hatten sich Parteimitglieder darüber geäußert, dass es immer noch zu viele "Platzhirsche" gebe, die die Geschicke in den Ortsverbänden bestimmen. Gleichzeitig sei aber bei der Umfrage auch deutlich geworden, dass man über die Moderne das Wertkonservative nicht außer Acht lassen dürfe. Wichtig sei den Mitgliedern, dass die Partei bürgernah agiere, aber ein klares Profil und klaren Kurs erkennen lasse. "Wischiwaschi ist nicht gefragt", so Lichter.
Bemängelt wurde weiter, dass die CDU mit ihren parteipolitischen Botschaften nicht alle Mitglieder erreiche. Dem Informationsdefizit will die Partei künftig mit Newslettern entgegentreten, die per E-Mail verschickt werden. Was aber gleichzeitig das Problem aufwirft, dass vor allem ältere Parteimitglieder ohne Internetanschluss die Nachrichten nicht erhalten. "General" Ulf Thiele gab deshalb die Empfehlung, dass sich Verantwortliche aus den jeweiligen Ortsverbänden darum kümmern, diesen Mitgliedern ohne Internet die Parteiinfos auszudrucken und in den Briefkasten zu werfen. Weiter gefragt bei der Basis sind öffentliche Fraktionssitzungen, Podiumsdiskussionen und Gesprächsrunden, berichteten Lichter und Bauche.
Das empfahl auch der CDU-Kreisvorsitzende Adrian Mohr: "Wir müssen uns den Kritikern aus den eigenen Reihen stellen, um besser zu werden. Denn wir wollen besser werden", sagte Mohr. Dem konnte Ulf Thiele nicht viel Neues mehr hinzufügen. Er stellte im Wesentlichen die Ergebnisse der Umfrage auf Landesebene vor, die nur in Marginalien von den Ergebnissen im Kreis abweichen. "Wir müssen uns hinterfragen und keine in Stein gemeißelten Thesen verkaufen. Die Partei muss sich laufend verändern, aber gleichzeitig ein festes Wurzelwerk mit einem breiten Stamm aufweisen", sagte Thiele.
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