Neue Regeln für Regenerative Energien
Hogrefe: “Strom aus Biogas wird noch umweltfreundlicher”
Landkreis. Bei der Nutzung regenerativer Energieträger gibt es seit Jahresbeginn viele Neuerungen. „Es geht darum, die Stromerzeugung besser auf die Nachfrage abzustellen“, so MdL Wilhelm Hogrefe. Außerdem sollten Fehlentwicklungen im Biogasbereich korrigiert werden.
Derzeit wird in Niedersachsen bereits ein Drittel des elektrischen Stroms aus erneuerbaren Energiequellen wie Sonne, Wind, Wasserkraft und Biomasse erzeugt. Dazu Hogrefe: „Problematisch ist die starke Schwankung des Angebots und die geringe Grundlastfähigkeit der Erzeugung.“ Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sei deshalb zum 1. Januar 2012 geändert worden und dies mit einem erheblichen Einsatz des Landes Niedersachsen im Bundesrat. „Grundlage war eine umfangreiche Entschließung des Landtags mit dem Ziel, die Akzeptanz der Biogaserzeugung zu fördern."
In das neue „EEG 2012“ wurde alternativ zur bisherigen festen Einspeisevergütung für Strom aus Biogas eine Marktprämie aufgenommen. Außerdem kann für die Biogasproduktion eine Flexibilitätsprämie beantragt werden. Damit können Biogasanlagen mit zusätzlichen Speichern und Generatoren ausgerüstet werden um nur dann Strom zu produzieren, wenn die Nachfrage hoch ist, zum Beispiel wenn viele Windräder still stehen.
Um den Wirkungsgrad von Biogasanlagen weiter zu vergrößern, wird künftig ein wesentlicher Teil der Abwärme einer sinnvollen Nutzung zugeführt werden müssen. „Ohne Wärmekonzept sollten die Gemeinden große Anlage nicht mehr genehmigen“, fordert Hogrefe.
Der Bau von kleinen 75 kW-Biogasanlagen mit über 80 Prozent Gülleeinsatz wird dagegen künftig mit einer hohen Einspeisevergütung honoriert. Mit dieser Regelung sollen viele dezentrale Biogasanlagen auf den Höfen entstehen um den anfallenden Wirtschaftsdünger besonders umweltfreundlich zu nutzen
Andere Anlagen dürfen künftig im Jahresdurchschnitt höchsten 60 Prozent ihrer Energie aus Mais und Getreide erzeugen. Damit soll dem Problem einseitiger Fruchtfolgen beigekommen werden. „Sinnvoll ist hier zudem die Anlage von Blühstreifen nach dem Modell der Jägerschaft, bzw. das Konzept Bunte Felder des Landvolks“.
Insgesamt, so Hogrefe, sei das neue „EEG 2012“ ein gelungener Schritt in die richtige Richtung. Die CDU-Kreistagsfraktion wolle nun darauf dringen, dass bei der Neuaufstellung des Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP) auch bestimmte Zielvorstellungen zur Landschaftsgestaltung aufgenommen werden.

