Verkehrskonzept Südkreis endlich angehen  (Verdener Gespräch vom 06.03.2019-VAZ)

Liebe Leserinnen und Leser,
nächste Woche Mittwoch wird der Fachausschuss des Landkreises das Verkehrs- und Mobilitätskonzept für den Südkreis Verden in öffentlicher Sitzung beraten. Bereits 2017 hatte der Landkreis beschlossen, gemeinsam mit den Gemeinden Kirchlinteln und Dörverden, der Samtgemeinde Thedinghausen sowie der Stadt Verden eine entsprechende Studie bei einem Fachbüro in Auftrag zu geben.
Nun endlich soll eine Zwischenpräsentation des ersten Arbeitsabschnittes erfolgen. Dabei geht es zunächst um eine gemeindeübergreifende Analyse der Verkehrsinfrastruktur sowie eine aktuelle Verkehrszählung, die bereits im April 2018 durchgeführt wurde.
Erwartungsgemäß wurde in einem Zwischenfazit festgestellt, dass wir seit der letzten Erhebung 1999/2000 einen Verkehrsanstieg zu verzeichnen haben. Von der Steigerung sind insbesondere die B 215, die Lindhooper Straße (L160) sowie die A 27 betroffen, was sicherlich niemanden verwundert. Innerstädtisch sind hauptsächlich der Berliner Ring und die Max-Planck-Str. zusätzlich belastet.
Das Hauptproblem stellt die Überlastung der Knotenpunkte Hönischer Kreuzung und Nordertor durch einen hohen Anteil von Ziel- und Quellverkehr in den Morgen- und Abendstunden dar. Diese wurden vom Fachbüro mit der schlechtesten(!) Qualitätsstufe eingeordnet. Hinzu kommt ein hoher Schwerlastverkehrsanteil, der insbesondere auch im Verlauf der Hamburger Straße zu Staus führt. Im Ergebnis wurde die seit Jahren bemängelte Verkehrsproblematik durch das Fachbüro noch einmal bestätigt und zeigt deutlich den weiteren Handlungsbedarf bei unserer Verkehrsplanung auf!
Nur mit neuen Radwegen werden wir diese Situation nicht ändern können. Daher ist es jetzt dringend geboten, kurzfristige, mittelfristige und langfristige Maßnahmen einzuleiten, um die Stauzeiten zu reduzieren und die nicht mehr akzeptable Verkehrssituation zu verbessern. Weniger Stau bedeutet auch weniger Immission, was den Anwohnern zu Gute kommt. Kurzfristig müssen die Ampelschaltungen im Zuge der B 215 besser abgestimmt werden, um eine Entlastung der Knotenpunkte zu erreichen. Ein entsprechender CDU-Antrag auf „Grüne Welle“ liegt bereits bei der Stadt vor. Hier ist eine kurzfriste Abstimmung der Straßenbaulastträger (Stadt, Landkreis, Straßenbauamt) unbedingt erforderlich. Aber auch innerstädtische Maßnahmen wie zum Beispiel der bereits diskutierte Innenstadtring führen zur Entlastung der Verkehrsknoten.
Neben gut ausgebauten und unterhaltenen Radwegen soll ein optimiertes Angebot im Personennahverkehr zu einer Verminderung des Autoverkehres beitragen. Attraktive Ticketangebote nicht nur für Schüler und Studenten sondern auch eine Ausweitung der Fahrzeiten sind erforderlich. Dazu gehört auch der Anschluss aller Ortschaft an das Busnetz.
Als langfristige Maßnahme muss aber zwingend eine weitere Flussquerung im Landkreis Verden vorangetrieben werden. Für Aller und Weser gibt es zwischen Otersen und Bollen nur zwei vollwertige Brücken. Neben der Nordbrücke und der Ueser Brücke gibt es noch die einspurige Südbrücke mit einer Gewichtsbeschränkung von 3,5 t sowie die zurzeit gesperrte Brücke über das Intscheder Wehr.
Für unseren Wirtschaftsraum ist es daher zwingend, dass großräumig eine weitere Flussquerung gebaut wird. Dies darf kein Tabuthema sein! Die CDU-Kreistagsfraktion hat beantragt, die zuständigen Stellen des Bundes, des Landes sowie der betroffenen Kommunen mit einer weiträumigen Verkehrsplanung zu beauftragen.
Erste Hinweise kann die zweite Stufe des Mobilitäts- und Verkehrskonzeptes geben. Hier sollen aufgrund der erhobenen Verkehrszahlen verschiedene Szenarien untersucht werden. Dazu gehört auch die Prüfung eines weiteren Allerübergangs. Die große Chance, in den 70er Jahren mit der Verlegung der B 215 eine große Lösung zu bauen, hat man seinerzeit leider verpasst. Wir müssen daher andere Alternativen in Angriff nehmen. In den Niederlanden gibt es mit den Nationalstraßen gute Beispiele. Diese schauen wir uns näher an.

Jens Richter
Vorsitzender der CDU-Stadtratsfraktion
Bürgermeisterkandidat

 

 


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